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Über Astrologie



Was ist Astrologie?

Astrologie wird von den Vertretern der modernen „harten“ Naturwissenschaft gerne ins Lächerliche gezogen, zuweilen mit dem Eifer der mittelalterlichen Inquisitoren. „Alles Betrug“, wird dann behauptet, „die Planeten im Sonnensystem können gar keinen physikalischen Einfluß auf uns Menschen nehmen!“

Also, was ist dran an der Astrologie?

Moderne Astrologen behaupten gar nicht, daß die Himmelskörper selbst durch geheimnisvolle Kräfte und Wechselwirkungen das Leben von uns Menschen „beeinflussen“. Die Astrologie ist auf ganz andere Weise aus einfachen Naturbeobachtungen entstanden, wie im nächsten Kapitel gezeigt wird. Jeder weiß, daß es in der Natur Zyklen gibt, und für die kann man den Himmel ganz einfach als „Uhr“ benutzen.
Wenn wir mittags Hunger bekommen, ist das ganz sicher nicht der geheimnisvolle Einfluß der Sonne, die dann gerade am höchsten steht, aber wir können doch den Lauf der Sonne beobachten und mit unserer Erfahrung daraus schließen, daß bald Mittag ist und wir uns besser schon einmal um das Essen kümmern sollten. Nichts anderes ist das Thema der Astrologie.

Moderne Astrologen beobachten deshalb die Sterne auch nicht mehr, denn der Lauf der Planeten läßt sich mit Hilfe der modernen Computer viel schneller und einfacher berechnen als lange Nächte mit Auge und Peilstab unter dem Sternenhimmel das einst ermöglicht haben – so denn das Wetter mitspielte.
Allerdings haben die Himmelskörper sehr wohl auch einen physikalischen Einfluß auf die Erde. Jeder Küstenbewohner weiß von Ebbe und Flut, die nichts weiter sind als das Wasser der Ozeane, das vom Mond angezogen wird und richtiggehende „Wasserberge“ bildet, unter denen sich die Erde mit ihren Küsten (und uns) hinwegdreht. Die Sonne tut ein übriges, wodurch Ebbe und Flut zuweilen stärker oder schwächer ausfallen.
Aber, wie ich oben schon geschrieben habe, dieser Einfluß durch die Schwerkraft der physikalischen Planeten im Sonnensystem ist gar nicht das Thema der Astrologie.


Der Ursprung

Astrologie ist sehr alt. Zusammen mit der Astronomie und der Mathematik wurzelt sie in der ältesten Wissenschaft, die die Menschen entwickelt haben, als sie seßhaft wurden und mit Landwirtschaft und dem Bau der ersten kleinen Städte begannen. Natürlich gab es noch nicht viel Technik, und unsere Vorfahren im Zweistromland und in Ägypten hatten zwar weniger Wissen als wir, aber dümmer als wir waren sie ganz sicher nicht. Eins ihrer Probleme war die Messung der Zeit. Es gab noch keine Uhren, also beobachtete man einfach Sonne und Mond und hatte so ein Maß für Tage und Monate.
Schwieriger war es mit der Jahreszeit. Für die Menschen der damaligen Zeit war es überlebenswichtig, das Getreide auf den Feldern zur richtigen Zeit im Frühling auszusäen. Wenn das schiefging, bedeutete es den Verlust der Ernte (in heutigen Worten also fast des gesamten Jahreseinkommens), und das hatte Hunger und Tod als unmittelbare Folgen. Allerdings beobachteten die Menschen schon damals, daß der Sternenhimmel nachts je nach Jahreszeit unterschiedlich aussah. Die Erfahrung lehrte, daß bei Erscheinen bestimmter Sternbilder der Zeitpunkt günstig für die Aussaat wurde. Ein berühmtes Beispiel dafür war der Sirius: wenn der morgens kurz vor Sonnenaufgang zum ersten Mal in der Dämmerung gesehen werden konnte, dann wußten die Ägypter, daß die Nilschwelle bevorstand, die das Land überschwemmte und die Äcker mit ihrem Schlamm fruchtbar machte. Noch einmal sei erinnert: es ist nicht der Einfluß des Sirius, der die Nilschwelle auslöst, aber er zeigte sie in der Antike zuverlässig an.

Natürlich wurden deshalb schon bald Menschen damit beauftragt, sich mit der Beobachtung des Himmels zu beschäftigen. Ihnen fiel auf, daß es einige Sterne gab, die sich in Bezug auf die anderen bewegten. Die Griechen nannten sie später die „Wanderer“, wovon sich unser Wort „Planeten“ ableitet. Niemand wußte damals, daß sie große massive Körper in unserem eigenen Sonnensystem sind, es waren für die Beobachter einfach Lichtpunkte, die sich gegenüber den anderen Lichtpunkten am Nachthimmel bewegten. Und zwar sehr regelmäßig, so wie Sonne und Mond.
Es lag daher nahe, diese Zyklen der wandernden Sterne mit regelmäßig auftretenden Ereignissen im Leben der Gemeinschaft in Zusammenhang zu bringen. Die Menschen wollten genau wie wir heute nicht nur wissen, wann die Zeit für die Aussaat günstig war, sondern auch, ob der Frieden mit den Nachbarn hielt oder es Krieg geben würde, ob die Familien gesund bleiben würden und so weiter.
Alle diese Ereignisse wurden mit der Bewegung der wandernden Sterne am Himmel verglichen und auf diese Weise eine ständig wachsende Datenbasis für die Interpretation geschaffen. So entstanden die ersten Deutungen dessen, was der Himmel anzeigte.

Es blieb natürlich nicht bei diesen allgemeinen Deutungen für die kleinen Stadtstaaten. Bald wollte auch der König Auskunft von seinen Sterndeutern über sein persönliches Schicksal haben, was der König hatte, wollten bald auch die Würdenträger und die reichen Kaufleute und so weiter bis heute.
Aus dem einfachen Sterndeuten entstand die Astrologie, die sich seit nunmehr über 3000 Jahren immer weiter entwickelt hat und aus ihrem in dieser Zeit gewachsenen Erfahrungsschatz immer differenziertere Beratungsarbeit ermöglicht.


Sterne und Tierkreis

Oft werden AstroNomie und AstroLogie miteinander verwechselt. Dabei sind sie trotz ihrer ähnlichen Bezeichnung völlig unterschiedlich.
Wie wir im vorhergehenden Abschnitt gesehen haben, beschäftigte sich zumindest in der Antike die Astrologie damit, in der Bewegung der Punkte am Himmel einen Sinn, eine Logik (Logos) zu finden.
Astronomen dagegen beobachten die Sterne und die Planeten am Fernrohr, messen ihre Eigenschaften mit verschiedensten Instrumenten und sind auch am Start von Raumsonden dabei. Bei Neuentdeckungen geben sie den entdeckten Objekten auch Namen (Nomos). Und mit der Deutung von irgendwas wollen die meisten von ihnen überhaupt nichts zu tun haben.

Ähnlich verhält es sich mit Sternbildern und Tierkreiszeichen, auch das ist etwas ganz unterschiedliches. Einen Tierkreis kennen sowohl Astrologie als auch Astronomie, er bezeichnet einfach den scheinbaren Kreis, den die Sonne während eines Jahres am Himmel beschreibt und an den sich auch die meisten Planeten bei ihrer Bewegung so ungefähr halten. Damit enden die Gemeinsamkeiten aber auch schon.
Die Astrologie teilt diesen Kreis der Sonne einfach in 12 gleich große Stücke ein, so daß jedes von ihnen von der Sonne in etwa einem Monat durchlaufen wird. Diese gleich großen Stücke heißen die Tierkreiszeichen.
In der Astronomie verläuft der Tierkreis (auch: die Ekliptik) am Himmel durch 12 Sternbilder, die keineswegs gleich groß sind. Beispielsweise ist das Sternbild Wassermann ungefähr doppelt so groß wie das Sternbild Krebs. Eigentlich ragt in den astronomischen Tierkreis neben dem Skorpion sogar noch ein kleines Stück des Sternbildes Schlangenträger hinein. (Deshalb behaupten manche Leute, es gäbe 13 Zeichen. Stimmt nicht, wie wir gleich sehen.) Diese Sternbilder bekamen ihren Namen in der Antike, als die Astronomen und die Astrologen sich noch nicht so unversöhnlich gegenüberstanden wie heute. Und die Astrologen verwendeten der Einfachheit halber für ihre 12 gleich großen Monats-Stücke den Namen des Sternbildes, das am Himmel ungefähr in der gleichen Richtung wie das Stück lag. Das war einfach naheliegend.

Heutzutage klappt das nicht mehr, denn der Start des Tierkreises liegt immer an der Stelle, an der die Sonne zur Frühjahrs-Tagundnachtgleiche steht. Das ist der 21. März in jedem Jahr. Und dieser Punkt bewegt sich ganz langsam am Himmel, wie, das wird uns im letzten Abschnitt beschäftigen. Heute stimmt daher das Sternbild am Himmel mit dem Tierkreiszeichen der Astrologie schon lange nicht mehr überein.
Aber die Astrologie beschäftigt sich ja auch längst nicht mehr mit dem Himmel selbst, wie wir schon gesehen hatten, sondern mit dem Messen der Zyklen der Natur. Und die Tierkreiszeichen sind in der Astrologie nun einmal an den Punkt der Frühlings-Tagundnachtgleiche gebunden, und damit an die Jahreszeiten! Das Tierkreiszeichen eines Menschen ist nichts anderes als der Monat seiner Geburt, gezählt vom Tag der Frühlings-Tagundnachtgleiche an.
Jede werdende Mutter weiß, daß das in ihr heranwachsende Kind auf die Umwelt reagiert. Und natürlich sind diese Einflüsse ganz irdisch im Winter anders als im Sommer. Die Jahreszeit oder der Monat der Geburt spielt deshalb für einen Menschen eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Krebs-Kinder wurden in der Antike genauso wie noch heute mitten im Sommer geboren. Und waren dadurch anderen Umwelteinflüssen ausgesetzt als die Steinbock-Kinder, die mitten im Winter zur Welt kamen. Das kleine unscheinbare Sternbild Krebs am Himmel hatte damals wie heute nichts damit zu tun, ebensowenig wie das etwas stattlichere Sternbild Steinbock.

Und deswegen gibt es auch kein 13. Zeichen in der Astrologie. Das Jahr hat nun mal 12 Monate und nicht 13.


Präzession

Manchmal wird gesagt, daß wir bald in das „Zeitalter des Wassermanns“ eintreten oder es sogar bereits sind. Aber was bedeutet das eigentlich?
Die Zeitalter haben mit dem Punkt der Frühlings-Tagundnachtgleiche zu tun. Ich hatte oben ja schon erwähnt, daß dieser Punkt sich ganz langsam bewegt. Man kann es messen, er verschiebt sich sehr langsam entlang des astronomischen Tierkreises, also im Bezug zu den Sternbildern am Himmel, und zwar entgegengesetzt zum Lauf der Sonne. Das ist rund ein Winkelgrad in 70 Jahren (in etwa soviel wie zweimal der scheinbare Durchmesser des Mondes), also innerhalb eines Menschenlebens kaum zu bemerken. Aber das ist genau der Grund, warum heute im Vergleich zur Antike die Sternbilder mit den Tierkreiszeichen nicht mehr übereinstimmen.

Für die Astrologie ist das zunächst einmal ohne Bedeutung, denn der Start des Tierkreises bleibt immer der 21. März, astrologisch tritt dann die Sonne in den Widder ein, und vor welchem Sternbild am Himmel sie astronomisch dabei steht, spielt zumindest astrologisch erst einmal keine Rolle. Das hatte ich im vorigen Abschnitt bereits erklärt.
Astronomisch ist das anders. In 10000 Jahren werden in einer Frühlingsnacht aufgrund der Bewegung andere Sternbilder zu sehen sein als heute. Man benennt nach dem Sternbild, vor dem die Sonne am 21. März gerade steht, das „Zeitalter“. Vor 3000 Jahren, zur ersten Blütezeit der Astrologie, war das im Sternbild Widder, während der Spätantike und beginnenden Neuzeit im Sternbild Fische, und irgendwann in den nächsten Jahrhunderten wird der Frühlingspunkt ins Sternbild Wassermann wechseln. (Der genaue Zeitpunkt ist heftig umstritten.) Nach und nach wird der Punkt den gesamten Tierkreis durchlaufen, einmal in rund 26000 Jahren. Diesen Zeitraum nennt man auch ein Platonisches Jahr.

Aber warum tut er das eigentlich? Die Wanderung des Frühlingspunktes hat mit der Verlagerung der Jahreszeiten relativ zum Sternenhimmel zu tun, wie wir gesehen haben. Was bestimmt die Jahreszeiten? Das haben wir alle in der Schule gelernt: es ist die Neigung der Drehachse unser Erde zur Sonne.
Unsere Erde ist wie ein sich drehender Kinderkreisel, der beim Andrehen schief auf die Spitze gestellt wurde. Man kann beobachten, daß so ein Kreisel „eiert“. Die Anziehungskraft der Erde will ihn umkippen lassen, aber das kann er nicht, weil er sich dreht. Deswegen fängt er an zu eiern, seine Drehachse verlagert sich im Kreis herum. Diese eiernde Bewegung der Kreiselachse heißt wissenschaftlich „Präzession“.
Genauso eiert auch die Erde. Natürlich ist sie riesig im Vergleich mit einem Kinderkreisel, und sie braucht auch einen ganzen Tag, um sich einmal zu drehen. Aber sie wird auch von der Sonne angezogen, und deshalb eiert die Erdachse ganz, ganz langsam. Wir haben pures Glück, daß die Achse zu unseren Lebzeiten im Norden zufällig gerade in Richtung des Polarsterns zeigt. Die alten Ägypter und Babylonier hatten diesen Luxus nicht, und in ein paar hundert Jahren in der Zukunft wird unseren Nachkommen der Polarstern auch keine große Hilfe mehr sein.
Mit der Erdachse eiern auch die Punkte der Tagundnachtgleichen mit. Daher resultiert die langsame Wanderung der Frühlings-Tagundnachtgleiche durch die Sternbilder.
Haben die Zeitalter des Platonischen Jahres eine astrologische Bedeutung? Ich halte das zum gegenwärtigen Zeitpunkt für ungeklärt. Seit dem Beginn astrologischer Beobachtungen und Vergleiche hat der Frühlingspunkt noch nicht einmal ganz zwei Sternbilder durchquert. Es gibt sicher natürliche Zyklen, der derart lang sind, aber die Datenbasis ist einfach noch zu klein, um sichere Schlüsse ziehen zu können. Vielleicht werden die Astrologen in 26000 Jahren (so es dann noch welche gibt) mehr Erfahrung haben, als wir sie heute haben.

Warten wir also einfach ab und beobachten, was das „Wassermannzeitalter“ uns bringen wird.

~D. N.





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